Open Space

 

Open Space eignet sich hervorragend, um die Selbstorganisationskräfte in Organisationen zu wecken. Die Methode kommt mit einem Minimum an Vorgaben aus. Die Teilnehmer arbeiten weitgehend selbstorganisiert an Themen, die für sie von Interesse sind. Ihre volle Stärke entwickelt die Methode, wenn 

  • die Gruppe sehr divers ist 
  • das Thema komplex und möglicherweise konfliktträchtig ist 
  • keiner die Antwort kennt 
  • die dauerhafte Beteiligung mehrerer Personen notwendig ist 
  • der Problemdruck sehr hoch ist 

 

Wie läuft ein Open Space ab?

Ein Gruppe von Menschen (10-1000) wird zu einer 1-3 tägigen Konferenz eingeladen. Alle Teilnehmer kommen freiwillig, weil sie sich für das Thema interessieren. Der Faciliator stellt die Richtlinien vor. Anschließend erstellen die Teilnehmer selbst innerhalb kurzer Zeit eine Tagesordnung in Form verschiedener Arbeitsgruppen. Der weitere Tag steht für die Arbeit in den Arbeitsgruppen zur Verfügung. Die Teilnehmer wählen dabei völlig uneingeschränkt die Arbeitsgruppen, die sie am meisten interessieren. Jeder kann die Arbeitsgruppe jederzeit wechseln oder sich mit anderen Teilnehmern unterhalten. Alle Arbeitsgruppen werden protokolliert. Jeder Tag wird mit den Abendnachrichten abgeschlossen.

Die Protokolle werden bereits während der Veranstaltung vervielfältigt und den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Am letzten Tag werden die Ergebnisse zusammengetragen, Prioritäten gesetzt und ein Aktionsplan erstellt. 

 

Wie funktioniert ein Open Space

Für das Funktionieren eines Open Space gibt es keine wissenschaftliche Erklärung. Harrison Owen, der Erfinder der Methode, geht davon aus, dass durch die Freiheit in der Gruppe die natürlichen Selbstorganisationspotentiale zur Entfaltung kommen. Die überall vorhandene Kreativität kann sich voll entfalten, die Potentiale aller TeilnehmerInnen werden optimal eingebunden, weil sich jeder mit genau dem beschäftigt, worüber er oder sie am meisten weiß oder was ihn am meisten bewegt. Aus diesem Bewegtsein der Einzelnen kann eine mächtige Bewegung für die gesamte Organisation werden - wenn ein Teil der Freiheit in den Arbeitsalltag gerettet wird.

Was vielleicht zunächst recht abgehoben klingt, haben wir alle schon vielfach erlebt: Erinnern Sie sich nur an die vielen Konferenzen und Meetings, wo das Wesentliche in den Kaffeepausen und im informellen Teil der Tagung passierte. Open Space nimmt diese Erfahrung ernst und macht sie zum Organisationsprinzip.

 


Wollen Sie ein Praxisbeispiel?

Dann schauen Sie sich doch das Zukunftsforum für die Initiative Neue Qualität der Arbeit an, das teilweise als Open Space durchgeführt wurde. Die sehr informative Dokumentation können Sie auch als pdf (1MB) herunterladen.

Die Richtlinien des Open Space und ein Gesetz


Beim Open Space gibt es nur ein Gesetz: Das Gesetz der zwei Füße. Jeder bestimmt selbst wo er hingeht und wie lange er bleibt.

 

Darüber hinaus gibt es vier Prinzipien:

  1. Wer immer kommt, ist gerade die richtige Person
    Keine Diskussionen, ob entscheidende Personen fehlen, ob sich die Anwesenden vertragen. Die Teilnehmer haben sich frei für diesen Open Space entschieden und haben etwas wichtiges beizutragen
  2. Was auch geschehen mag, ist das einzige das passieren könnte
    Schluss mit den “wenns” und “wäres”
  3. Wann immer es losgeht, ist die richtige Zeit
  4. Wenn es vorbei ist, ist es vorbei

 

Keine künstlich am Leben gehaltenen Arbeitsgruppen und Themen. In den Arbeitsgruppen wird sehr schnell klar, wenn die “Luft raus” ist. Die Zeit der TeilnehmerInnen ist viel zu wertvoll als dass sie in unproduktiven Arbeitsgruppen verschwendet werden sollte.

 

Weitere Infos

Praxisbeispiel "Zukunftsforum neue Qualität der Arbeit".

Einen guten Artikel auf deutsch gibt es bei Olaf-Axel Burow, eine Vielzahl von Informationen im Open Space Netzwerk. Weiterführende Literatur gibt es wieder in meinem Literaturverzeichnis.